Am 23. und 24. September 2026 fand in Jena die W3+ Fair statt – eine bedeutende Hightech-Messe für die Branchen Photonik, Optik, Elektronik und Mechanik. Die begleitende Fachkonferenz widmete sich aktuellen technologischen Entwicklungen und Zukunftsthemen wie Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz, Präzisionsoptikfertigung, Medizintechnik sowie Anwendungen in der Luft- und Raumfahrt.

Die Arbeitsgruppe Bliedtner war erneut mit einem eigenen Stand vertreten und präsentierte aktuelle Forschungs- und Entwicklungsarbeiten aus dem Bereich der optischen Fertigung und Messtechnik. Ein besonderes Highlight war die Demonstration moderner OCT-Messtechnik (Optical Coherence Tomography), die einen Einblick in die Möglichkeiten der optischen Untersuchung und Charakterisierung von Materialien bot. Damit verdeutlichte die Arbeitsgruppe die Verbindung ihrer verschiedenen Kompetenzfelder und deren Bedeutung für innovative Fertigungs- und Prüfverfahren.

Neben der Präsentation der eigenen Arbeiten stand der fachliche Austausch mit Unternehmen und Forschungseinrichtungen im Mittelpunkt. Dabei bot auch das internationale ZIM-Netzwerk SAPHIRA, das von der EurA AG koordiniert wird, einen Anknüpfungspunkt für Gespräche. Das Netzwerk verfolgt das Ziel, innovative Hochleistungsoptiken aus sprödharten Materialien, unter anderem Saphir, zu entwickeln. Der Austausch unterstrich die Bedeutung der Vernetzung von Forschung und Industrie für die Weiterentwicklung zukunftsweisender Technologien.

W3 SaphiraW3 Veranstaltung

Bildquelle: Dominique Pipiorka (links) und Constance Möhwald (rechts)

Am 22. September 2026 veranstalteten die Ernst-Abbe-Hochschule Jena und DMG MORI das 5. Wissenschaftliche Forum zur ULTRASONIC-Bearbeitung. Die Veranstaltung bot eine Plattform für den fachlichen Austausch über aktuelle Forschungsergebnisse und innovative Anwendungen der Ultraschallbearbeitung.

Frau Dr. Begand und Herr Drüe vom Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme IKTS in Hermsdorf referierten über transparente Hochleistungskeramiken für optische Systeme. Herr Katzer von der EAH Jena stellte die Ultraschallbearbeitung keramischer Bauteile sowie Schleifuntersuchungen an Zirkonoxid, Aluminiumoxid und LTCC vor. Herr Ott von der Docter Optics SE gab Einblicke in die Ultraschallbearbeitung von Quarzglas und Glaskeramik. Dabei spannte sein Vortrag den Bogen von der Lightweight-Bearbeitung bis hin zum Tieflochbohren. Herr Dr. Ketelaer von DMG MORI beleuchtete die Vorteile der ULTRASONIC-Technologie für die Optik- und Halbleiterindustrie. Im Anschluss stellten Herr Dr. Stock und Frau Lehmann der EurA AG das Netzwerk Saphira vor.

5WissForum a

5WissForum b 5WissForum c


Neben den Fachvorträgen bot die Veranstaltung die Möglichkeit, die Technologie direkt in der Praxis kennenzulernen. Bei Live-Demonstrationen an den drei ULTRASONIC-Maschinen im ULTRASONIC Competence Center erhielten die Teilnehmenden praxisnahe Einblicke in die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten der Technologie. Das 2025 eröffnete Kompetenzzentrum ist eine gemeinsame Kooperation von DMG MORI und der EAH Jena und verbindet wissenschaftliche Expertise mit industrieller Anwendung. Das 5. Wissenschaftliche Forum zur ULTRASONIC-Bearbeitung bot nicht nur spannende Einblicke in aktuelle Entwicklungen aus Forschung und Industrie, sondern auch zahlreiche Gelegenheiten für persönliche Gespräche und fachlichen Austausch.

Vom 24. bis 28. August 2026 fand in Tampere, in Finnland, das diesjährige „European Optical Society Annual Meeting“ (EOSAM) statt. Die internationale Konferenz bot ein vielseitiges Programm mit zahlreichen Fachvorträgen und Diskussionsrunden zu aktuellen Entwicklungen, Forschungsthemen und Trends in der Optik und Photonik. Darüber hinaus ermöglichte die Veranstaltung einen wertvollen fachlichen Austausch sowie die Vernetzung mit internationalen Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Industrie.

Auch in diesem Jahr war die AG Bliedtner mit zahlreichen Beiträgen in Form von vier Vorträgen und drei Postern vertreten. Dominique Pipiorka hielt dabei einen Vortrag zu einem neuartigen Ansatz zur Politur von spröd-harten Materialien mit Hilfe von Ceroxid-Folien in einer CNC-Maschine. Thekla Boeckh stellte in ihrer Präsentation die kinematischen Einflüsse beim CNC Schleifen von miniaturisierten, multifokalen Asphären vor. Ein weiterer Vortrag wurde von Sebastian Henkel zum Thema seiner Promotion, dem Fein- und (Ultra)-Feinstschleifen für optische Oberflächen mit hoher Qualität, gehalten. Im Tandem präsentierten Oliver Berteit und Marcel Binder Ergebnisse ihrer Untersuchungen zu Modellen des maschinellen Lernens und deren Einsatz in CNC-Schleifprozessen.

EOSAM26 a EOSAM26 b
EOSAM26 c EOSAM26 d


Die Posterbeiträge wurden von Franz Katzer zum Thema additiv gefertigter Werkzeughalter aus 316L Edelstahl zum CNC-Feinschleifen, von Leon Kaufhold mit einem experimentellen Aufbau eines time-domain full-field OCT zur Sub-Surface-Damage (SSD)-Charakterisierung und von Sarah Koch zu SSD-Untersuchungen bei ultraschallunterstütztem Mantel- und Stirnflächenschleifen eingereicht und in den Postersessions von Franz Katzer und Sebastian Henkel präsentiert.

EOSAM26 e EOSAM26 f

Vom 10. bis 12. Juni fand in Stipshausen das Grand Opening bei der Firma DMG MORI statt. Im Rahmen des gemeinsamen "ULTRASONIC Competence Center" Projektes, nahmen auch mehrere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Arbeitsgruppe Bliedtner an diesem spannenden Event teil. Anlass für die Veranstaltung war unter anderem die feierliche Eröffnung eines neuen Produktions- und Logistikanbaus auf dem DMG-Werksgelände in Stipshausen. Zusätzlich dazu fanden direkt im neuen Anbau die ULTRASONIC Technologie-Tage statt, welche zahlreiche spannende Vorträge und Diskussionen rundum die ultraschallunterstützte Bearbeitung von hart-spröden Materialien beinhalteten. Auch seitens unserer AG wurden dabei zwei interessante Vorträge präsentiert, wobei Professor Bliedtner direkt am 10. Juni mit seiner Key Note Rede zum Thema „Prozessketten für die komplexe Bearbeitung optischer Werkstoffe – Potenziale der ULTRASONIC-Technologie in Forschung und industriellen Anwendungen“ die Beiträge der AG eröffnete. Als zweiter Redner der AG präsentierte Sebastian Henkel am nächsten Veranstaltungstag einen Vortrag mit dem Titel „Vom Fein- zum Ultra-Feinstschleifen für die Bearbeitung optischer Materialien“.

Stipshausen26 a Stipshausen26 b


Die Veranstaltung erwies sich als exzellente Plattform für einen tiefgehenden, praxisnahen Dialog an der Schnittstelle zwischen industrieller Anwendung und wissenschaftlicher Forschung. Neben dem fachlichen Austausch bot das Event den idealen Rahmen, um bestehende Kontakte zu pflegen und neue, wertvolle Netzwerke zu knüpfen. Im Mittelpunkt standen dabei der Wissenstransfer und fachliche Gespräche mit führenden Expertinnen und Experten aus der Präzisionsfertigung sowie den damit eng verbundenen Technologiefeldern.

Stipshausen26 c

Am Freitag, den 05.06.2026, wurde die interne Tradition fortgesetzt und es fand der 14. Studentische Forschertag der AG Bliedtner statt. Dieses Mal stellten 8 Studentinnen und Studenten aus den unterschiedlichen Teilgruppen der AG den aktuellen Stand ihrer Arbeit vor.
Die Siegerin, Henriette Holz, setzte sich mit ihrem Vortrag zum Thema „Prozesscharakterisierung des laserbasierten Pulverbettschmelzens mittels ultrakurzgepulster Laserstrahlung von alkalischen Glaspulvermaterialien“ durch und gewann den Forscherpokal sowie das Preisgeld. Knapp dahinter auf dem zweiten Platz landete Benjamin Hoppe mit seinem Vortrag über „Laserstrahlpolitur additiv gefertigter Bauteile“. Den dritten Platz belegte Max Hegenscheidt mit seinem spannenden Thema „Vergleichende Untersuchungen zum Einfluss der Diamant-Konzentration beim Ultra-Feinstschleifen von Quarzglas“.

14 Forschertag a

Wir bedanken uns bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern sowie dem Publikum für die interessante Diskussionsrunde, die auch diesen Forschertag wieder bereichert hat.

14 Forschertag b

Am 02. & 03.06.2026 fand in Würzburg die 99th Glass-Technology Conference, organisiert von der Deutschen Glastechnischen Gesellschaft (DGG), statt. Auch in diesem Jahr zog die Konferenz ein vielfältiges Publikum an, das von Forschern, Wissenschaftlern und Ingenieuren bis hin zu Fachleuten aus der Industrie und Führungskräften aus der Wirtschaft reicht. Neben spannenden Einblicken in wegweisende Forschungsarbeiten gab es reichlich Gelegenheit, sich mit Fachkollegen aus der Glastechnologie auszutauschen.

Die AG Bliedtner war dieses Mal mit zwei Posterbeiträgen rund um den Werkstoff Glas vertreten:

  • Anne-Marie Layher: Powder Bed Fusion of Alkali Borosilicate Glass Powder by Laser Radiation
  • Robin Hassel-Schmidt: Material Modification Strategies to Improve Water Resistance of Laser-Solidified Sodium Water Glasses

99GTC

SAPHIRA-Netzwerktreffen an der EAH: Kick-Off für innovative Hochleistungsoptiken aus sprödharten Materialien

Mit dem Kick-Off an der Ernst-Abbe-Hochschule Jena ist das internationale ZiM-Netzwerk Saphira am 12.05.26 erfolgreich gestartet. Im Mittelpunkt des durch die EurA AG koordinierten Netzwerks steht die Entwicklung innovativer Hochleistungsoptiken aus sprödharten Materialien, unter anderem mit dem Werkstoff Saphir.

Zum Auftakttreffen kamen 21 Teilnehmende aus Industrie und Forschung zusammen, um im Rahmen eines Elevator Pitchs die Netzwerkpartner vorzustellen, sich persönlich kennenzulernen und gemeinsame thematische Anknüpfungspunkte auszuloten. Das Konsortium vereint Partner aus Deutschland, der Schweiz und der Slowakei und schafft damit eine internationale Basis für anwendungsnahe Forschungs- und Entwicklungskooperationen.

Fachliche Impulse setzten die Vorträge von Herrn Löslein (Löslein Solutions GmbH / SAPPHCOM), Herrn Marxer (RhySearch. Das Forschungs- und Innovationszentrum Rheintal) sowie Herrn Frank und Herrn Henkel (EAH Jena).  Sie gaben Einblicke in aktuelle Entwicklungen, technologische Herausforderungen und mögliche Innovationspotenziale im Bereich der Optikfertigung, kristalliner Werkstoffe und sprödharter Hochleistungsoptiken.

Ein weiterer Programmpunkt war die Führung durch die Fertigungslabore der AG Bliedtner an der EAH Jena. Dabei erhielten die Teilnehmenden Einblicke in vorhandene technologische Kompetenzen und Forschungsinfrastruktur vor Ort.

Im anschließenden World Café wurden Projektideen gemeinsam weiterentwickelt und vertieft. Der offene Austausch zwischen Wissenschaft und Industrie bildete eine wichtige Grundlage, um künftige Kooperationsansätze zu konkretisieren und erste Entwicklungslinien für das Netzwerk herauszuarbeiten.

Mit dem gelungenen Auftakt ist ein wichtiger Grundstein für die weitere Zusammenarbeit im ZiM-Netzwerk SAPHIRA gelegt.

Bild News RapidTech1

Bildquelle: EAH Jena (2026)